Käuterquiche (glutenfrei und vegan)

Glutenfrei boomt. Vegan boomt.

Noch nie gab es so viele glutenfreie Nahrungsmittel und vegane Variationen von alt bekanntem Omnivoren. Einerseits freue ich mich über diese Entwicklung total, als Zöliakiebetroffener im Supermarkt einkaufen zu können, war vor ein paar Jahren schlicht nicht möglich.

Veganes gab es schon vor 10 Jahren, wurde aber nicht gekennzeichnet. Ausser im Biomarkt.Heute spirngt einen im Supermarkt schon aus drei Meter Entfernung das Zeichen „Glutenfrei“ oder „Vegan“ entgegen.

Natürlich sind nicht alle glutenfreien oder veganen Dinge gekennzeichnet, nein. Es sind die „speziellen“ Marken. Die, die 2 Euro mehr kosten, als das „normale“ Produkt (welches oft genauso frei von Tier und Gluten ist…)

Und jedesmal, wenn ich sage, ich ernähre mich glutenfrei und vegan, werde ich doof angeschaut.

Noch vor der obligatorischen Frage, was ich den eigentlich essen kann, kommt der Blick, der so viel sagt wie „noch so eine Trendesserin“.

Man wird sofort in die Schublade „Eingebildete Glutenintoleranz“ gesteckt. Hört man ja in den Medien. Sei alles nur Einbildung.
Ganz ehrlich, mich nervt das.

Ja, es ist schön, wenn die Gesellschaft ein bisschen informiert wird und aufgeschlossener wird, aber sich ständig für seine Ernährungsweiße rechtfertigen zu müssen, das nervt.
Was würde ich dafür geben, ein frischgebackenes Dinkelbrot essen zu können!!

Aber ich darf es nicht! Mein Körper verträgt es nun einmal nicht.

Ich esse glutenfrei, weil ich es muss, nicht weil ich es mir so ausgesucht habe.

Ich esse tierfrei, weil ich es möchte und weil ich es mir so ausgesucht habe.

Das ist ein Unterschied!
Und was mich ganz besonders ärgert, ist die Tatsache, dass wenn man als Veganer Äußerungen über die Ernährung anderer machen WÜRDE (ich persönlich halte mich da dezent zurück), wäre man sofort der dogmatische, extreme Tierfrei-Fresser, der die Tierchen ja über den Menschen stellt.
Man selbst darf sich aber, ungefragt, den ganzen Blödsinn anhören.
Falls das hier also tatsächlich jemand lesen sollte:
Sollte einer von euch, Verwandte, Bekannte oder Freunde haben, die glutenfrei Leben MÜSSEN (mit oder ohne vegan) dann spart euch Bitte solch Kommentare!

Der oder die Betroffene hat daran warscheinlich richtig zu beißen und würde auch gerne das ganze leckere glutenhaltige Zeug futtern. Darf aber nicht.
So. Fertig mit der Predigt. Nun kommt das Futter.
Wer sich im Supermarkt mal die glutenfreien Produkte angesehen hat, der wird sich zwangsläufig am Regal festgehalten haben müssen. Die Preise sind nämlich schwindelerregend hoch.

Eigentlich exorbitant hoch.

1 Kg Mehl kostet fast 5 Euro.

500 gr Nudeln fast 3 Euro.
Anfangs nimmt man diese Preise noch schluckend in kauf, man muss ja essen, auch wenn man an der Kasse schon solche Bauchschmerzen bekommt, dass man kurz darüber nachdenkt, auf dieses Grundbedürfnis zu verzichten.
Doch bald fängt man an sich zu fragen, wofür man da eigentlich so viel Geld zahlt.

Ein Blick auf die Zutatenliste, wo sich Stärke und Emulgatoren die Plätze streitig machen, und man beschließt, ab jetzt selbst zu backen.
Dass das nicht ganz einfach ist, dazu komm ich zu einem anderen Zeitpunkt.

Fakt ist, man kann nicht alles selber machen, oder hat die Zeit dafür nicht. Oder die Lust.

Es gibt Dinge, die kauft man fertig und das bleibt auch so.

Und dann gibt es Dinge, die WILL man auch mal kaufen, ob man sie braucht oder nicht.

So wie hier.
Irgendwann Anfang des Jahres habe ich im Supermarkt glutenfreien Blätterteig entdeckt und bin ewig drum herum geschlichen. Fast 4 Euro für ein bisschen Teig, finde ich einfach echt überteuert. Nun, irgendwann hatte ich genug vom anschauen, ich wollte ihn testen! Er wurde also gekauft und landete in der Tiefkühltruhe.

Und dann lag er da.

Denn ich hab mich einfach nicht getraut ihn zu verarbeiten. Zu „wertvoll“ war mir das teigige Gut.

Erst als ich den Kühlschrank für unserern Umzug räumen musste, wurde die Packung wieder interessant. Leider hatte ich nur noch Tofu und Pesto im Kühlschrank, so wie ein paar Kirschtomaten.

Herraus kam dabei eine herrliche Quiche, die ich schon ein paar mal nachgebacken habe und mich immer diebisch freue, wenn sie endlich kühl geworden ist.
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Kräuerquiche

  • Eine Packung glutenfreier Blätterteig von Schär (dieser ist laut Angaben auch vegan)
  • 200 gr Tofu
  • 150-200 ml Sojamilch (je nach Festigkeit des Tofus)
  • halben Bund Petersilie
  • ein Bund Basilikum
  • 2 El Olivenöl
  • Salz, Pfeffer und Paprikapulver
  • 10 Kirschtomaten


Den Blätterteig 3 Stunden bei Raumtemperatur auftauen lassen und in eine Feuerfeste Form geben. An den Seiten schön fest drücken (darf ruhig unregelmäßig sein)

Den Ofen bei 200° Ober und Unterhitze vorheizen.


Die Kräuter waschen, trocknen, rupfen und mit dem Öl zu einem Pesto pürieren/mixen.

Den Tofu und die Sojamilch in ein hohes Gefäß geben und zu einer homogenen Masse pürieren. Salz, Pfeffer und Paprikapulver nach Geschmack hinzfügen und nochmals pürieren.

Nun das Kräuterpesto hinzugeben und noch einmal abschmecken. Sollte die Petersilie zu dominant sein, hilft manchmal ein bisschen Agavendicksaft.


Die Kräuter-Tofu-Masse auf den Blätterteig geben und verteilen. Zum Schluss die Kirschtomaten waschen, halbieren und auf der Quichemasse verteilen.

In den heißen Ofen stellen und ca. 20-25 Minuten backen oder eben bis der Blätterteig schön knusprig ist.
Das Ganze klappt natürlich auch mit glutenhaltigem Blätterteig und ist dann bedeutend günstiger…

Dank des hochpreisigen Segmentes gibt es diese Quiche zwar nicht oft, aber ab und an muss sie auf den

Guten Appetit und bis bald!

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ein Kommentar

  1. […] auftauen lassen und verarbeiten. Da der Teig nicht allzu süß ist, kann man auch Teigtaschen oder Quiche daraus […]

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