Zwetschgenmus ohne Gelierzucker

Kurz vorweg. Dies ist kein allgemeiner Therapievorschlag. Nicht alle Traumata kann man pürieren! Also man kann schon. Ist halt dann nicht mehr vegan. Oder straffrei…
Wir haben früher direkt neben einem Park gewohnt, zu dem eine riesen Ecke Zwetschgenbäume gehörte. Der Leser darf sich große, alte, morsche Bäume vorstellen. Im Herbst hingen dort Tonnen von Zwetschgen. Also diese ovalen, violetten Früchte, die einen unverzüglich das Gesicht verzogen lies, wenn man eine kostete.
Unzählige Stunden haben wir in diesem Zwetschgenwald verbracht und die erstaunlichsten Dinge darin erlebt. (dazu zähle ich dass finden einer geladenen Waffe…)

Doch irgendwann hat der Zauber seine Wirkung verloren.

Nach Stunden, Tage, ach Sommern!

Warum?
Ich erwähnte eingangs morsch. Morsche Bäume.

Wer den Duden fragt, weiß, das morsch “ besonders durch Fäulnis, auch durch Alter, Verwitterung o. Ä. brüchig, leicht zerfallend“ bedeutet.

Jedenfalls feierten wir ein „Zwetschgenfest“ im besagten Zwetschgenwald. In unserem Ehrgeiz, unseren Gästen ganz besonders reife Zwetschgen zu ernten, kletterten wir einen dieser (morschen!!!) Bäume hoch.

Oben angekommen, machte es unheilvoll „knack“ und jemand fiel, samt Ast, runter.

Auf den Rücken. Aus über 2 Meter Höhe.
Die Eltern des besagten Kindes waren zwar vor Ort und fuhren sofort in die Notaufnahme des nahen Krankenhauses und gottseidank ist nichts passiert, aber von diesem Moment an, betraten wir unseren Zwetschgenwald nie wieder.
Ich glaube ich war damals 9 oder 10, eigentlich auch egal, aber dieser Schockmoment prägte sich deutlich ein.

In Verbindung mit Zwetschgen. Was dazu führte, dass ich keine Zwetschgen mehr mochte.

Bis vor ein paar Wochen habe ich tatsächlich hartnäckig alles zwetschgenhaltige vermieden.

Bis mich die Zwetschgen auf dem Wochenmarkt ansprangen und unbedingt mit Heim wollten.
Als ich im besagten Heim angekommen war, hatte ich ehrlich gesagt keine Ahnung was ich jetzt mit dem Kg Zwetschgen anstellen soll.
Und wenn ich mal nicht weiß, was ich mit Obst machen soll, mach ich entweder Kuchen daraus oder Marmelade.IMG_0342
Aus den Zwetschgen wurde ein so unglaublich leckeres Mus, dass ich es einfach teilen muss, obwohl es, streng genommen, kein echtes Rezept ist.

Durch den hohen Pektinanteil in der Zwetschge, kommt es ganz ohne Gelierzucker aus und braucht auch verhältnismäßig wenig Zucker.

Ist also deutlich gesünder, als gekauftes und schmeckt sowieso viel besser 🙂

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Zwetschgenmus

für 2 Marmeladengläser

  • 1 Kg reife Zwetschgen
  • 4 El Rohrzucker
  • 1 Zimtstange

Die Zwetschgen waschen, entsteinen, vierteln und in einen Topf geben und mit dem Zucker vermengen und eine halbe Stunde stehen lassen.
Nun die Zimtstange dazu geben und auf kleiner Flamme köcheln lassen. Ab und an umrührern und nach ca. 2 Stunden hat sich ein herrlich duftendes, dunkelviolettes Kompott daraus entwickelt.

Jetzt entweder in sterile Gläser abfüllen und lecker Kompott essen oder kurz den Pürierstab rein halten und das Kompott zu herrlichem Mus verarbeiten.

Beides hält sich in sterilen Gläsern mindestens 4 Wochen im Kühlschrankt. Oder 4 Tage. Wie bei uns.

Auf jedenfall esse ich jetzt total gerne Zwetschgen und bin schon richtig traurig, wenn die kurze Saison wieder vorbei ist.

Und was lernen wir daraus?

Klettert nicht auf morsche Bäume und gebt ungeliebtem Obst und Gemüse eine zweite Chance!
Bis Bald!

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ein Kommentar

  1. […] Zwetschgenmus  […]

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