Glutenfreie Miniknödel an rahmigen Tahin-Herbstgemüse

Hier ist was schief gelaufen. Eigentlich sollten die Miniknödel zu Gnocchi werden, so war zumindest der Plan. Irgendwas kam jedoch dazwischen, vermutlich das übermüdete Kleinkind, gepaart mit meiner Unlust über jedes Gnocchi noch das typische Gabelmuster rollen zu lassen. Nach einigen Versuchen formschöne Gnocchi und Schupfnudeln mit Kind am Bein zu formen, habe ich dann entnervt aufgegeben und den Kartoffelteig einfach nur noch zu unschönen Bällchen geformt und ins Wasser geworfen. Auch bei mir setzt irgendwann der Selbsterhaltungstrieb ein 🙂

War auch lecker, aber ich muss zugeben, als Schupfnudel schmeckt der Teig noch ein Ticken besser. Leider konnte ich kein Bild von den Schupfnudeln machen, denn das besagte Kleinkind hatte alle noch vor dem Abendessen aufgegessen.

Und so musste ich dem Rezept wohl oder übel einen neuen Namen geben. Macht aber eigentlich gar nix, denn der eigentliche Star des Essens ist das Tahin-Herbstgemüse. Ich lieeebbbeee Tahin. Dabei war mir das Sesammus lange Zeit viel zu bitter, aber meine Hartnäckigkeit es immer wieder probieren zu müssen, zahlt sich endlich aus. Tahin ist immer lecker, auf dem Bagel, auf der Breze, auf dem Wrap und sogar in der Suppe. Sesam ist übrigens ein Top Calziumlieferant! Mit 780 mg Calzium  auf 100 g Sesam sollte er auf jedem Speiseplan zu finden sein, egal ob vegan oder nicht vegan.

Bisher bin ich aber nie auf die Idee gekommen, auch meine Saucen mit Tahin zu binden. Das war immer dem Nussmus vorbehalten.

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Nun war aber mein Nussmus aus und so hatte das Tahin seinen brillanten Auftritt! Es schmeckt richtig lecker, nicht zu schwer, nicht zu fettig, einfach genau richtig. Und die bittere Note des Tahins verschwindet vollständig. So schmeckt Gemüse doch gleich noch viel besser!  

Herbstgemüse ist eh schon was sehr feines. Kürbis, Karotte und Wirsing. Regional, Saisonal und Lecker.

Ich war lange Zeit der Meinung, Wirsing ist Bäh. Dabei ist er das gar nicht! Er schmeckt richtig fein, ein bisschen wie Rosenkohl und wertet das ganze Gericht noch mal richtig auf. Zusammen mit den Miniknödeln macht das Essen richtig, richtig satt und gleichzeitig sehr zufrieden.

Und die Knödelchen sind auch nicht zu unterschätzen! Kartoffel+Hirse+Kichererbse, dass bringt Eisen, Eiweiß, Kieselerde und richtig viel Power! Perfekt um dem kühlen Herbstwetter zu trotzen und der Schnupfennase vorzubeugen, den die will ja wirklich keiner haben!

Und ja… die Fotos sind nicht der Hit… es kommen schönere nach, versprochen 🙂

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Für die glutenfreien Miniknödel

für 4 Personen

  • 900 gr festkochende Kartoffeln
  • ca. 265 gr Hirsemehl
  • 5 El Kichererbsenmehl
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • 1 El Alsan

Die Kartoffeln mit der Schale gar kochen, kurz kalt abschrecken und noch heiß pellen. Die noch heißen Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse pressen oder mit der Hand fein über den Gemüsehobel reiben und die Kartoffelmasse mit den Gewürzen abschmecken. Nun das Hirsemehl dazugeben und zu einem Teig verarbeiten.

Aus der Masse recht zügig (weil der Teig sonst immer nasser wird) Knödel formen und in reichlich kochendem Salzwasser kochen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Die oben schwimmenden Knödel mit einer Schaumkelle aus dem Topf nehmen, kurz abtrocknen lassen und auf einem ausgebreiteten Geschirrtuch zum trocknen ablegen. Die Knödel sollten nun nochmal 30 Minuten ruhen.

Die Knödel vor dem Servieren noch in Alsan oder Kokosöl anbraten.

Wer mag, kann auch Schupfnudeln daraus formen!

Für das Tahin-Herbstgemüse

für 4 Personen

  • ein kleiner Kürbis
  • ein kleiner Wirsing
  • 2 Karotten
  • 1 rote Zwiebel
  • 400 ml Wasser
  • 4 El weißes Tahin
  • 1 El Rapsöl
  • 1 El Brühe
  • Pfeffer, Thymian und Cajun-Gewürz 

Den Backofen auf 180° Umluft vorheizen.

Die Zwiebel, die Karotten und den Kürbis in Würfel schneiden und mit dem Öl in einer heißen Pfanne kurz anbraten. Den Wirsing in feine Streifen schneiden und kurz dazu geben. Mit dem Wasser ablöschen, das Tahin unterrühren und mit den Gewürzen nach Geschmack abschmecken. Das Gemüse in eine feuerfeste Form geben und für ca 20 Minuten im Ofen backen.

Das Gemüse mit den Miniknödel servieren und genießen! Dazu passt hervorragend dieser blitzschnelle Krautsalat!

Guten Appetit!

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5 Kommentare

  1. Sehr lecker, mit Tahini koche ich richtig gerne und gebe es so oft in Sossen und über Gemüse oder Nudeln, yum!!Das Herbstgemüse sieht sehr lecker aus und auch die Miniknödel, egal ob als Knödel oder Gnocchi, schmeckt so oder so…=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    Gefällt 1 Person

    1. Dann warst du aufgeschlossener als ich bisher 🙂 Ich wundere mich echt, warum ich das nicht früher probiert habe!
      Danke, das Gemüse war wirklich legendär!
      Alles Liebe,
      Lucy

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  2. Das klingt wirklich wunderbar herbstlich und nach einem gemütlichen Familienessen – eine tolle Idee!

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank für die lieben Worte!

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  3. […] Glutenfreie Miniknödel an rahmigen Tahin-Herbstgemüse (vegan) via Leafy Soul […]

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