Warum Rohkost auch keine Lösung ist

Heute mag ich mal ein bisschen was privateres Erzählen, irgendwie liegt mir das am Herzen.

Vollkommen unabhängig, dass dies ein glutenfreier und tierfreier Foodblog ist, finde ich es total wichtig, dass jeder SEINE Ernährung findet. Nicht für jeden funktioniert die „normale omnivore“ Ernährung, nicht jeder kann vegan leben, von den „Lifestyles“ LowCarb oder HighCarb mal abgesehen. Und was ich noch viel bedenklicher finde, wir lassen uns uns so sehr verunsichern, dass wir am Schluss nicht mehr glücklich mit unserer Ernährungsform sind und einfach wieder so essen wie alle anderen.

Ich habe vor einiger Zeit das Buch „Die High Carb Diät“ gelesen und fand es wirklich gut. Seit Jahren weiß ich, dass es mir am besten geht, wenn ich regelmäßig Kohlenhydrate essen und diese machen mich auch nicht dick. Esse ich hingegen zu viel Protein, bekomme ich Bauchweh. Ich weiß eigentlich ganz genau, was ich essen muss um gesund, fit und ausgeglichen zu sein.

Trotzdem ging es mir in den letzten Wochen physisch nicht gut. Besonders schlimm wurde es Anfang dieser Woche und ich beschloss, dass es so nicht weiter gehen kann. Mein Bauch war dick und gebläht wie ein Luftballon, mein Körpergefühl war unglaublich schlecht und meine Seele schrie nach Veränderung. Was war passiert?

Ich hatte mich im Ernährungsjungle verlaufen! Dieses ganze High Carb Low Fat, das „Esst mehr Rohkost“ und ganz beliebt „du musst mehr essen! “ schwirrten in meinem Kopf rum und da ich gerne neue Dinge ausprobiere, habe ich auch alle toll klingenden Ratschläge umgesetzt. Ich aß mehr Rohkost, obwohl ich weiß, dass mein Körper das nicht mag. Ich aß viel öfter, obwohl ich weiß, dass mein Körper das nicht mag. Und ich aß auch noch viel mehr, obwohl ich WEISS dass mein Körper das nicht mag!

Nach einem Fastentag und einem Tag in meinem gewohnten Ernährungsmuster und es geht mir wieder gut! Mein Darm erholt sich von den Rohkost-Strapazen und den alpinen Essensmengen und mein Kopf denkt nicht mehr „Essen, Essen, Essen“

Heute tut er mir ein wenig leid, mein armer Körper. Den er sagt mir doch ganz klar, was er mag und was er nicht mag. Warum lasse ich dann andere Entscheiden was gut für mich ist? Habe ich so wenig vertrauen in mich? In meinen Körper? Ich BIN doch mein Körper!

Ich schreibe dies heute, weil ich mir sicher bin, dass es vielen so ergeht wie mir. Wir lassen uns von allgemein gültigen Ratschlägen leiten, die aber nun mal nicht allgemein gültig sind. Jeder Körper und jeder Geist arbeitet anders. Nur weil XY mit viel Rohkost/Fastfood/Fleisch/Ect klar kommt und dabei schlank, gesund und fit bleibt, heißt das NICHT dass das für mich auch gelten muss!

All die unterschiedlichen Ernährungsformen spiegeln doch auch unsere Individualität wieder!

Ganz wichtig, ich will hier nix verteufeln, denn es gibt so viele Leute, die sich durch ihre Ernährung krank essen, aber diese sind für die oben genannten „Ratschläge“ eh meist blind und taub… Un die, die von einer fastfoodbasierten Ernährung auf eine pflanzenbasierte Ernährung umstellen, die werden meiner Meinung nach nur Vorteile erfahren.

Aber wenn man schon sehr achtsam mit dem Thema Ernährung umgeht und weiß was einem gut tut, dann sollte man auch den Mut haben und bei seinem Weg bleiben. Oder, wie ich, ausprobieren was einen reizt und dann aber auch so ehrlich zu sich sein, wenn es nicht funktioniert.

Und falls es euch noch interessiert, wie meine persönliche Ernährung aussieht, gebe ich euch einen kleinen Einblick.

Grundsätzlich vertrage ich keine Pestizide, daher kaufe ich nur biologisch angebaute Lebensmittel. Dann mag mein Magen-Darmtrakt eher kleine Portionen, wobei mein Kopf gerne große Portionen mag 🙂 Aber lieber höre ich auf meinen Bauch, der rächt sich nämlich und mein Kopf nicht. Und ich vertrage keine großen Portionen an Rohkost, spätes Essen und zu viele Snacks. Meine Basis sind drei Mahlzeiten am Tag, Frühstück, Mittag und Abendessen. Morgens gibt es oft selbstgemachten Sojajoghurt mit Müsli und Obst, Mittags dann Gemüse und Getreide und abends kommen Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte auf den Tisch. Von allem esse ich, bis ich SATT bin. Satt und nicht überfressen! Meiner Meinung nach ist man satt, wenn man noch etwas mehr essen könnte, also nicht komatös vom Esstisch aufsteht. So geht es mir am besten und mein Körper arbeitet zuverlässig, bleibt gesund und gibt mir die Kraft für den Tag.

Wie sieht das bei euch aus? Was haltet ihr von den „Esstrends“ und „Ratschlägen“? Interessiert euch sowas überhaupt?

 

 

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17 Kommentare

  1. Sehr schöner und wichtiger Text. Und ja, ich bin leider empfänglich für Esstrends, Empfehlungen und Diäten. Bei manchen Dingen habe ich aber mittlerweile herausgefunden, dass es nicht für mich funktioniert. Rohkost gehört dazu. Damit werde ich einfach nicht satt und friere ständig. Ich bin aber immer noch auf der Suche nach der für mich idealen Ernährung. Wenn ich einfach esse, worauf ich Lust habe, dann esse ich viel, lecker und oft. Und nehme zu und das will ich nicht. Also, streiten Kopf und Körper um die Kontrolle. Vielen Dank für Deinen Beitrag, der mich zum nachdenken anregt. Liebe Grüße, Silke

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    1. Hallo Sike,
      vielen Dank für deinen Beitrag. Ja ich kenne das, wenn Kopf und Körper um Kontrolle streiten. Es kann richtig herausfordernd sein, auf seinen Körper zu hören! Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg, deinen Weg zu finden.
      Alles liebe
      Lucy

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  2. Danke dir für diesen schönen Beitrag und diese wichtige Botschaft.

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  3. Spannend und ich glaube vieles davon gilt auch für so einige andere Bereiche: Man muss das finden, was einem selbst gut tut und auf das eigene (Körper-)Gefühl hören. Und auch das muss man erstmal lernen, dabei können diese „Trends“ genauso helfen, wie schaden.
    LG Farina

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    1. Du hast recht Farina, man kann das auf alle Bereiche des Lebens umlegen! Ich habe auch aufgehört mich generell zu vergleichen, denn Vergleiche machen unglücklich. Danke dafür 🙂 Alles liebe
      Lucy

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  4. Sehr schön, ich sehe das gleich. Ratschläge sollten Ratschläge bleiben, keine Vorschriften;)Mir selber war der Ratschlag enorm wichtig, den ich komme aus der Ecke wo ich wirklich Jahrelang zu wenig gegessen habe (Low-Carb). Ich habe mich da so daran gewöhnt das ich dachte es ist normal und durch die High-Carb Ernährung, hab ich lernen dürfen das ich viel mehr essen muss, mein Körper das braucht und auch wegsteckt. Ich ernähre mich nicht High-Carb, gehe aber stark in die Richtung. Rohkost esse ich viel mehr im Sommer als im Winter und ich vertrage Gluten;) Trends hinterherlaufen ist nie gut, das war mir die wichtigste Lektion, denn ich war viel zu lange in dieser Low-Carb Falle, fürchterlich…Kann mir mittlerweile gar nicht mehr vorstellen wie ich das so lange ausgehalten habe, obwohl es doch reichlich Zeichen gab, dass es mir nicht gut getan hat.
    Liebe Grüsse,
    Krisi

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    1. Liebe Krisi, stimmt man sollte diese Empfehlungen als Ratschläge sehen! Sie können einem sehr helfen, wie dass ja bei dir der Fall mit den Kohlenhydraten war und das ist wirklich toll! Nur sollte man diese nicht blind verfolgen, aber du hast dir auch deinen Weg gesucht. Bleib dir treu!
      Alles Liebe
      Lucy

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  5. Sehr schön geschrieben! 🙂 Es ist wirklich nicht einfach die perfekte Ernährungsweise für sich zu finden, besonders wenn man einen empfindlichen Darm hat! Aber ich finde du hast sowas von Recht: jeder muss für dich den besten Weg finden! Ich habe mich oft irritieren lassen, was andere davon halten, dass ich ständig etwas Neues ausprobiert und mal das und dann wieder das nicht mehr esse.. Aber mittlerweile ist es mir schnuppe was die anderen denken, Hauptsache ich fühle mich wohl!
    Liebe Grüße, Evelyn

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    1. Exakt! Hauptsache du fühlst dich wohl! Ob du jetzt zu 100% irgendein Ernährungskonzept befolgst ist doch total egal. Alles was zählt ist dein Wohlbefinden. Schön, dass du dich nicht mehr von anderen irritieren lässt 🙂
      Alles liebe
      Lucy

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  6. Wie lang hast du gebraucht um rauszufinden was deinem körper gut tut? Ich bin momentan etwas verloren in all denn vielen ratschlägen die man im internet findet und hab auch noch nicht wirklich rausgefunden was meinem körper gut tut..

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    1. Liebe Lucy (komisch dass zu schreiben 😉 )
      puh. Ich habe lange danach gesucht. Erst mit 25 hatte ich „meine“ Ernährung gefunden. Gar nicht leicht, gerade mit der Zöliakie! Es ist echt frustrierend, wenn man irgendwann das Gefühl hat, gar nix mehr essen zu können. Es ist auch so schwierig Tipps zu geben, einfach weil für jeden etwas anderes funktioniert. Wenn du aber gerne mehr wissen magst, darfst du mir jederzeit eine Email schreiben!!
      Alles Liebe!
      Lucy

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  7. Wie recht du hast meine Liebe ❤
    Und ich finde es wundervoll wenn du in einem für dich angemessenen Maße, persönliches mit einbringst. Du hattest ja gezögert/überlegt und ich habe ein NOCH wärmeres Gefühl beim lesen. Man identifiziert sich mehr mit deinem BLOG: Auch wenn ich nicht überwiegend glutenfrei koche, gibst du mir immer wieder Inspiration & jetzt kommt da noch ein Stückchen mehr Herzwärme dazu! ❤ Mach weiter :-*

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    1. Ach Christina ❤
      Danke dass du so liebe Worte findest, das ermutigt mich sehr! Ich überlege, ob ich zu jedem glutenfreien Rezept noch die angaben für glutenhaltige Varianten dazu schreibe, würde dich das interessieren?
      Alles lieb!

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  8. Ja, ich glaube ein kleiner Zusatz wäre wirklich toll! Manchmal hab ich nicht alles im Haus was passt und müsste improvisieren… Mach es doch so, wie es für dich stimmig ist!? ❤

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  9. veg.fruitia · · Antwort

    Ein toller Post da hast du echt Recht nur ist es manchmal echt schwer auf sich zu hören und nicht auf die rund herum. Mich würden solche Beiträge zur Ernährung sehr interessieren 🙂

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    1. Danke 🙂 Ich werde mir für die Zukunft was zu dem Thema Ernährung einfallen lassen, denn es beschäftigt viel mehr, als ich dachte!

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  10. Huhu,
    ein guter Post und ein wichtiges Thema. Mir fällt auch zunehmend auf, dass viele Menschen durch die ganzen Ernährungsdoktrinen, die um einen herumschwirren, verunsichert sind. Schon mehr als einmal habe ich gehört: „Was kann ich denn noch essen?“, „Low Carb ist das Beste, weil …“, „High Carb ist das Beste, weil …“ Die Liste an Aussagen ließe sich endlos fortsetzen. Puh. Irgendwie ist es nachvollziehbar, dass man sich im Dschungel dieser ganzen Ratschläge verlaufen kann. Wie du weiß ich aber inzwischen, was Körper und Seele benötigen, damit bei mir (!) alles rund läuft. Das kann bei jedem etwas anderes sein und es ist so wichtig, dass man herausfindet, was einem gut tut. Komischerweise sehe ich noch klarer, seit ich mich glutenfrei ernähre (vielleicht weil ich merke, dass es mir dadurch gesundheitlich viel besser geht). Für mich ist es z. B. außerdem entscheidend, meinen Blutzuckerspiegel möglichst immer auf einem gleichbleibenden Niveau zu halten – das heißt, ich achte sehr darauf, nicht in einen „Hungerast“ zu geraten, bei dem mein Magen schon wütend knurrt.
    Ich würd’s übrigens gut finden, mehr von dir zu diesem Thema zu hören (ist auch eines meiner Lieblingsthemen ;-)).
    Liebe Grüße
    Kirschbiene

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